Katholische Religionslehre
Katholische Religionslehre
Warum katholischer Religionsunterricht?
Für immer mehr Schülerinnen und Schüler ist der schulische Religionsunterricht der wichtigste und oft einzige Ort der Begegnung mit dem christlichen Glauben und der Kirche geworden. Er steht also vor der Aufgabe, den Bereich von Religion und Glauben nachvollziehbar und begreifbar zu machen.
Berücksichtigt und ernst genommen wird, dass die SuS unterschiedliche Vorverständnisse im Bereich von Glauben und Religion mitbringen, auch immer häufiger eine kirchenkritische, antikirchliche oder atheistische Haltung.
Der schulische Religionsunterricht ist von kirchlicher Katechese in der Kirchengemeinde zu unterscheiden. Dennoch gehört nach katholischem Verständnis im katholischen Religionsunterricht die konfessionelle Bindung von Lehre, Lernenden und Lehrenden im Grundsatz zusammen.
Gerade die Rolle der Religionslehrer/innen als Ansprechpartner in Glaubens- und Lebensfragen gewinnt in der heutigen veränderten religiösen Situation von Bedeutung.
Als ordentliches Lehrfach hat der katholische Religionsunterricht teil am Erziehungs- und Bildungsauftrag des Gymnasiums.
Der Unterricht nimmt die SuS, ihre Lebenswelten, ihre Auffassungen von Wirklichkeit ernst. Aus diesem Grund werden stets Lebensweltbezug, Selbsttätigkeit und Handlungsorientierung bei der Unterrichtsplanung und –durchführung berücksichtigt.
Im Rahmen der Kompetenzentwicklung trägt gerade der Religionsunterricht zur Sensibilisierung für unterschiedliche Geschlechterperspektiven, zur Werteerziehung, zum Aufbau sozialer Verantwortung, zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft, zur nachhaltigen Entwicklung und Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, zur kulturellen Mitgestaltung sowie zum kulturellen Verständnis bei.
Religiöse Bildung hat verschiedene Aufgaben:
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Kinder und Jugendliche sollen zu verantwortlichem Denken und Verhalten im Hinblick auf Religion und Glaube befähigt werden
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Kinder und Jugendliche soll es ermöglicht werden, einen Zugang zu religiösen Wertdeutungen und Lebensweisen zu erschließen
Mit Berücksichtigung dieser Aufgaben trägt der Religionsunterricht zur Persönlichkeitsentwicklung und Weltorientierung im Rahmen allgemein schulischer Bildung bei.
Weitere Aufgaben und Ziele des katholischen Religionsunterrichts sind folgende:
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er vermittelt strukturiertes und lebensbedeutsames Grundwissen über die Heilige Schrift so wie den Glauben der Kirche
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er ermöglicht eine reflektierte Begegnung mit Formen gelebten Glaubens und
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er fördert die religiöse Dialog – und Urteilsfähigkeit.
(in Anlehnung an: Der Religionsunterricht in der Schule. Synodenbeschluss. / Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen. Die deutschen Bischöfe 80. / Die bildende Kraft des Religionsunterrichts. Zur Konfessionalität des katholischen Religionsunterrichts. Die deutschen Bischöfe 56. / Kernlehrplan Katholische Religionslehre für das Gymnasium – Sekundarstufe I in NRW)
Schulinternes Curriculum für das Fach Katholische Religion am Hugo-Junkers-Gymnasium
Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 5 - 9)
Themen und Inhalte (5./6. Schuljahr)
- Alle haben Rechte – Alle haben Pflichten
- Verantwortung übernehmen für die Schöpfung,
- Psalmen als Ausdruck menschlicher Erfahrungen im Glauben an Gott, z. B. Ps 23
- Glaube an einen Gott in drei Personen
- Bibel - Aufbau, Inhalte, Gestalten
- Das Judentum / Urväter und –mütter
- Die Botschaft Jesu in seiner Zeit und Umwelt , Jesus als der Christus, bildhaftes Reden Jesu – Gleichnisse, Reich Gottes
- Die Urgemeinde, Apostelkonzil, Diakonia, Frühchristliche Gestalten in der Nachfolge
- Grundzüge der abrahamitischen Religionen: Islam und Muslime, Mohammed, Islam und Christentum
Themen und Inhalte (7.-9. Schuljahr)
- Sucht – Wege in die Abhängigkeit menschliches Handeln zwischen Freiheit und Verantwortung
- Befreiungserfahrung im Exodus in ihrem historischen Kontext; Gebet und Liturgie als Ausdruck der Beziehung des Menschen zu Gott
- Prophetische Texte im Alten Testament, Berufungs- und Wirkungsgeschichten von Propheten
- Entstehungsprozess der Evangelien – synoptische Frage, metaphorische und begriffliche Sprache als Merkmale der Sprachformen Gleichnis und Wundererzählung
- Gefährliche Geborgenheit – Sinnsuche auf Abwegen. Destruktive Kulte: Sekten von New Age bis Satanismus
- Neutestamentliche und außerbiblische Wunderberichte - Jesu Wirken als Zeichen des angebrochenen Gottesreiches
- der Tod Jesu als Konsequenz seines Lebens; das Osterzeugnisse als Glaubenserfahrung und als Hoffnungsgeschichte angesichts von Gebrochenheit, Leid und Tod; die Auferweckung Jesu als christliche Hoffnung auf Vollendung
- Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Glauben zwischen der katholischen Kirche und anderen christlichen Konfessionen
- historische und religiöse Ursachen der Kirchenspaltung im 16. Jahrhundert und der ökumenische Auftrag der Kirche sowie der Aufbau und das Selbstverständnis der katholischen Kirche
- Die Sakramente – Zeichen der Liebe Gottes,
- Der Kirchenraum – Ausdruck gelebter Theologie als Hierarchie und Communio
- die biblischen Grundlagen der Ethik - Zehn Gebote, Goldene Regel, Nächsten- und Feindesliebe; Merkmale von Gewissensentscheidungen an Beispielen; Erfahrungen von Endlichkeit, Schuld und Sünde sowie Möglichkeiten der Versöhnung und der Hoffnung auf Vollendung
- Herausforderungen der Kirchengeschichte: Die Kirche während des Nationalsozialismus
- die historische Entstehung verschiedener Weltreligionen, zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Selbst- und Weltverständnisses in den Weltreligionen, die Charakteristika von Hinduismus und Buddhismus als Wege der Heilssuche
Der Bereich Liturgie und Spiritualität mit dem Inhalt „Liturgie“ wird auf die Jahrgangsstufen 7 bis 9 aufgeteilt und jeweils konkretisiert und aktualisiert in der Vorbereitung der regelmäßigen Schulgottesdienste.
Sekundarstufe II
Das schulinterne Curriculum für die Sekundarstufe II gliedert sich in verschiedene Kursthemen und deren obligatorischen Inhalte. Diese sind aufgeteilt auf die verschiedenen Jahrgangsstufen und deren Halbjahre.
Seit dem Jahr 2007 gibt es in NRW das Zentralabitur. Diese Regelung hat zur Folge, dass ein fester Kanon von Halbjahresthemen und Unterthemen zu bearbeiten ist.
Einführungsphase, 1. Halbjahr
Thema: Kann man angesichts naturwissenschaftlicher Erkenntnisse heute noch glauben?
Glauben und Wissen als spezifische Zugänge zur Wirklichkeit
Inhalte: - Glauben und Wissen
- Religionskritik
- Biblisches Sprechen vor Gott
Einführungsphase, 2. Halbjahr
Thema: „Ich will frei sein!“ – Das Problem der menschlichen Freiheit als eine
zentrale anthropologisch-ethische Fragestellung
Inhalte: - Menschsein in heilsgeschichtlicher Sicht
- Grundbegriffe, Modelle, Charakteristika christlicher Ethik
- Handeln aus dem Glauben
- Reich-Gottes-Verkündigung Jesu
Qualifikationsphase 1, 1. Halbjahr
Thema: Das Zeugnis vom Zuspruch und Anspruch Jesu Christi
Inhalte: - Reich-Gottes-Verkündigung Jesu
- Tod und Auferstehung Jesu
- Heilsbedeutung Jesu Christi
Qualifikationsphase 1, 2. Halbjahr
Thema: Die Kirche und ihre Aufgabe in der Welt
Inhalte: - Ursprung der Kirche
- Auftrag der Kirche
- Wirklichkeit der Kirche
Qualifikationsphase 2, 1. Halbjahr
Thema: Die Kirche und ihre Aufgabe in der Welt
Inhalte: - Wege des Redens von Gott
- Biblisches Sprechen von Gott
- Glauben und Wissen
- Religionskritik
- Praxis des Glaubens
- Spiritualität
Qualifikationsphase 2, 2. Halbjahr
Thema: Das Welt- und Geschichtsverständnis aus christlicher Hoffnung
Inhalte: - Reich-Gottes-Verkündigung Jesu
- Eschatologische Verheißung und Erfüllung
Besondere Projekte
Regelmäßig finden ökumenische Schulgottesdienste (vor den Weihnachtsferien, vor den Osterferien oder zu besonderen Anlässen wie dem Abitur oder dem Schuljahresbeginn) in Zusammenarbeit mit der evangelischen und der katholischen Gemeinde statt. Diese werden von verschiedenen Jahrgangsstufen zusammen mit deren Fachlehrern/innen vorbereitet.
In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich für evangelische Religion führt der Fachbereich katholische Religion einen Projekttag für die Jahrgangsstufe 9 durch, bei der die SuS soziale Einrichtungen unserer Stadt kennenlernen.
Für die Q1 führt sie ebenfalls in ökumenischer Partnerschaft die religiösen „Besinnungstage“ durch, die der Orientierung unserer SuS in Hinsicht auf eine verantwortete und ihre spezifischen Begabungen berücksichtigende Zukunftsgestaltung dienen.
Stand: 01/2013, Fachkonferenz katholische Religion (D. Hauptmann, B. Jansen und D. Zuk)



