Latein

Latein im Fächerkanon des Hugo-Junkers-Gymnasiums

Latein wird an unserer Schule als Fach der Differenzierung 1, d.h. als 2. Fremdsprache mit Beginn in der Jahrgangsstufe 6 angeboten, die Alternativwahl ist Französisch.

Unsere Lehrbücher sind PRIMA A aus dem Buchner Verlag (Curriculum S I PRIMA) und seit dem Schuljahr 2011/12 VIA MEA vom Cornelsen Verlag.

Wölfin und Collosseum
Warum Latein ?

  • Von Anfang an schärft die Beschäftigung mit Latein das Verständnis für Sprache schlechthin, die erworbenen Fähigkeiten sind also in allen Sprachen anwendbar. Einerseits natürlich dadurch, dass durch die weite Ausdehnung des römischen Reiches Latein in Europa weit verbreitet war und seinen Stempel vielen Sprachen aufgedrückt hat, so dass mit dem Lernen lateinischer Vokabeln die Wörter anderer Sprachen automatisch mitgelernt werden, andererseits aber auch dadurch, dass gerade im Lateinunterricht die Funktion von Sprache genau untersucht wird. Das ginge mit jeder anderen Sprache auch, aber das Ziel des Unterrichts der neuen Sprachen ist die Kommunikation, während Latein nicht gesprochen, sondern nur verstanden werden soll; dadurch steht die Zeit und die Ruhe für diese vertiefte Beschäftigung zur Verfügung. Und wer die Funktion von Sprache durchschaut hat, kann sich in jeder Sprache einschließlich der Muttersprache präziser und differenzierter ausdrücken. Eine Untersuchung von Prof. Dr. Wolfgang Dieter Lebek in Köln hat gezeigt, dass Studenten mit Latinum eine deutlich höhere Lesekompetenz aufweisen als Studierende ohne Latinum (Quelle: Forum classicum 2/2004).
  • Warum Latein ausgerechnet beim Dauerthema Integration ein gewichtiges Wort mitzureden hat, fragt SWR2-Kontext vom 27.3.2012:
    Schüler mit Migrationshintergrund finden schneller und leichter in die deutsche Sprache und die deutsche Kultur, wenn sie Latein lernen. So die zunächst überraschende Beobachtung von Pädagogen und Professoren des Fachs.
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  • Schon die Lehrbuchtexte des Anfangsunterrichts handeln vom Leben in der Antike, bringen frühere Kultur und Denkweise nahe, und mit zunehmender Annäherung an bzw. schließlich Lektüre von Originaltexten antiker Autoren bietet Latein eine Auseinandersetzung mit  einem Gedankengut, das auch heute noch Gültigkeit besitzt und weiterentwickelt wird. Latein ist nicht nur Sprach-, sondern in hohem Maße auch Bildungsunterricht. Humanitas, also „höhere Bildung“ und auch „wahres Mensch-sein“ ist der Inhalt des Lateinunterrichts, er umfasst Themen der Geschichte, der Philosophie, der Mythologie, der Religion, der Politik, des Alltagslebens, des Rechts,... sie lassen sich gar nicht alle aufzählen, aber insgesamt bilden sie einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Persönlichkeitsbildung.
  • Es wäre ein Irrtum, anzunehmen, dass Latein etwa mit Caesar oder spätestens den Kaisern beendet war. Wenn sich auch ab ca. 600 n.Chr. die romanischen Sprachen allmählich verselbständigen, bleibt Latein doch die Sprache des Adels, der Wissenschaft und bis heute der katholischen Kirche, und wer aktuell informiert sein möchte, der klicke doch einmal auf www.radiobremen.de/nachrichten/latein. So deckt Latein zeitlich Jahrtausende und räumlich einen großen Teil Europas ab.
  • Sei noch der angestrebte Abschluss, das Latinum, erwähnt. Nach 5 Jahren Unterricht und mindestens der Note „ausreichend“ ist dieses Ziel erreicht. Damit stehen dann Studiengänge offen, die sonst nur mit zeitraubendem Nachholen dieser Qualifikation an der Uni zu absolvieren sind. So wird Latein zu einem berufsrelevantem Fach; wer zu Beginn der 6. Klasse noch nicht sicher weiß, welchen Beruf er/sie einmal ergreifen möchte, sollte durch den Erwerb des Latinums die Optionen für möglichst viele Studien offenhalten. Da die Fächer, die das Latinum oder „Lateinkenntnisse“ erfordern, ständigem Wechsel unterliegen, sei für aktuelle Information auf die Adresse www.altphilologenverband.de verwiesen.

Forum Romanum und Cicero