Geschichte
Herzlich Willkommen auf der Seite der Fachschaft Geschichte!
Auf dieser Seite gibt es wichtige Informationen zu den Unterrichtsinhalten
in der Sekundarstufe I und II.
Das Fach Geschichte wird in den Klassenstufen 6 bis 9 und in der Oberstufe in Grund- und Leistungskursen sowie als (Pflicht-) Zusatzkurs unterrichtet. In der Sek. I und II werden die Lehrwerke "Geschichte und Geschehen" des Klett-Verlages verwendet. Derzeit unterrichten Frau Berresheim, Frau Fehler, Herr Hartnauer, Frau Ingerfeld, Frau Langner, Herr Löffler, Frau Nübel und Herr Zuk das Fach Geschichte.
Was ist Geschichtsunterricht?
Auf diese Frage haben Sie sicher schon viele Antworten gehört: Beschäftigung mit der Vergangenheit; Sammlung historischer Fakten; Lernen, wie es wirklich gewesen ist; etc. Ein Gramm Gold mag ja in allen diesen Aussagen stecken, aber treffen sie wirklich den Kern?
Beschäftigen wir uns wirklich mit der Vergangenheit? Wenn im Physikunterricht das Fadenpendel behandelt wird, dann liegt es konkret vor, kann angefasst und in seinen Eigenschaften verändert werden; wird im Kunstunterricht ein Bild besprochen, so liegt es greifbar vor den Schülern; das Experiment in Chemie ist jederzeit mit den gleichen Stoffen erneut durchführbar, seine Ergebnisse können reproduziert werden. Kurz: Wir beschäftigen uns mit real existierenden Gegenständen. Mit Geschichte geht das nicht: Die Weimarer Republik existiert nicht mehr, genauso wenig das Römische Reich. Unterrichts“gegenstand“ ist immer etwas Vergangenes, etwas nicht mehr Vorhandenes – wie soll ich mich mit nicht mehr Vorhandenem beschäftigen?
Na gut, dann sammeln wir Fakten; Beispiel: Die Französische Revolution fand 1789 statt. Zog sie sich denn nicht über Jahre? Wann war sie tatsächlich zu Ende? War es ein Umbruch oder fanden mehrere Revolutionen statt? Gab es überhaupt eine Revolution? Ja, es gibt ernstzunehmende Wissenschaftler wie den Briten Alfred Cobban, die dies bezweifeln und von einer Revolutionslegende sprechen. Gut, nehmen wir eben als besonderes Ereignis den Sturm auf die Bastille, dessen Jahrestag von den Franzosen alljährlich mit großen Festakten begangen wird. Es war der Tag, an dem eine aufgebrachte Menge ein von Invaliden bewachtes Gefängnis stürmte, aus dem wenige, auch nach den Prinzipien des Rechtsstaates zu Recht eingesperrte Gefangene befreit wurden. Dafür Geschichtsunterricht? Muss man sich den 14. Juli als Datum überhaupt merken?
Und lernen, wie es wirklich gewesen ist? Wer schon mal verschiedene Zeugen eines Autounfalls gehört hat, weiß, dass es nahezu unmöglich ist, den präzisen Ablauf eines relativ simplen Geschehens aus jüngster Vergangenheit aufzudecken. Wie viel schwieriger muss das mit der Krönung Ottos des Großen im Jahr 936 sein? Und was ist mit der Rolle innerer Überzeugungen, politischer Haltungen, nationaler Gefühle oder gar geschlechtsspezifischer Ansichten? Wie beeinflussen sie das Ergebnis, nach dem wir uns richten sollen, wenn wir sagen wollten, wie es wirklich gewesen ist?
Ja, ist denn Geschichtsunterricht überflüssig, da zu nichts nutze? Nein, natürlich nicht! Aus dem bislang Geschriebenen wird aber deutlich, dass nicht die Vergangenheit selber Gegenstand des Unterrichts sein kann, sondern ihre möglichst präzise Rekonstruktion anhand von Quellen. Doch wie jede Rekonstruktion ist auch dieser zu Eigen, dass sie nicht exakt dem Original entsprechen kann: Die Quellen sind lückenhaft, ihre Verfasser sind mit allen menschlichen Unzulänglichkeiten und Eigenarten ausgestattet, die sie erst zu Individuen werden lassen. Letzteres gilt aber auch für uns, für die Rekonstrukteure. So wird ein Sozialist aufgrund bestimmter den Menschen betreffenden Grundannahmen in der Regel zu anderen Rekonstruktionsergebnissen gelangen als ein Liberaler.
Sich all dieser Einflüsse bewusst zu werden und mit diesem Wissen kritisch umgehen zu können, heißt ein Geschichtsbewusstsein zu erlangen, das eben nicht vorgegebener Geschichtsbilder, die unreflektiert übernommen werden, bedarf.
Dieses Geschichtsbewusstsein bei Schülerinnen und Schülern zu entwickeln, ist ein wichtiges Ziel des Geschichtsunterrichts. Parallel dazu wird – mal mit methodischem, mal mit inhaltlichem Schwerpunkt – die Vergangenheit anhand vorgelegter Materialien rekonstruiert, um Gegenwart verstehen und Zukunft ertragen und mitgestalten zu können.
So betrachtet leistet das Fach Geschichte einen wertvollen Beitrag zum Weltverständnis und ist damit unverzichtbarer Bestandteil allgemein bildenden Unterrichts.
Schulinternes Curriclum Sek. I
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Schul-jahr |
Inhaltsfelder |
Schwerpunkte |
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6 |
1) Frühe Kulturen und erste Hochkulturen |
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7 |
4) Europa im Mittelalter |
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8 |
7) Europa wandelt sich |
- Absolutismus am Beispiel Frankreichs - Französische Revolution - Revolutionen in Deutschland 1848/49 und - Industrielle Revolution 1871
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9 |
9) Neue weltpolitische Koordinaten |
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Transparente Leistungsbewertung im Geschichtsunterricht (Sek. I)
Der Bereich „Sonstige Mitarbeit“ umfasst mündliche sowie schriftliche Leistungen im Rahmen des Geschichtsunterrichts, wobei die Qualität, Kontinuität sowie Selbstständigkeit der von den Schülerinnen und Schülern erbrachten Leistungen sowie deren Fähigkeit zum historischen Denken und Urteilen berücksichtigt wird. Die rechtliche Grundlage der Leistungsbewertung stellt das 5. Kapitel des „Kernlehrplans für das Gymnasium – Sek.I (G8) in NRW“ für das Fach Geschichte dar. Folgende Leistungen werden dabei zugrunde gelegt:
Beiträge zum gelenkten und freien Unterrichtsgespräch: Mündliche Mitarbeit stellt das konstitutive Element des Geschichtsunterrichts dar, um geschichtliche Zusammenhänge zu rekonstruieren und zu reflektieren. Hierbei wird neben der Häufigkeit und Kontinuität der Schülermeldungen auch die „Qualität“ beurteilt, d.h. die fachliche Richtigkeit sowie die Beherrschung der drei Anforderungsbereiche. Ebenfalls in die Bewertung wird das Kommunikationsverhalten in Form der sprachlichen Verständlichkeit sowie das Eingehen auf Beiträge der Mitschüler bzw. des Lehrers einbezogen (Beispiele: Beiträge in Diskussionen über historische Problemstellungen, Zusammenfassungen, Wiederholungen, Verbalisierung von Tafelbildern, Hausaufgabenvortrag).
Heftgestaltung: Die sorgfältige Aufbewahrung von Arbeitsmaterialien sowie die Dokumentation der Stundenergebnisse (z.B. in Form von Tafelbildern) und Hausaufgaben in einem Geschichtsheft wird von jedem Schüler verlangt (Vollständigkeit). Dabei sollen formale Vorgaben (z.B. Überschriften, Daten) eingehalten werden.
Schriftliche Leistungsüberprüfung: Um die im Unterricht vermittelten Inhalte zu sichern, können in jeder Lerngruppe bis zu zwei Leistungsüberprüfungen im Halbjahr geschrieben werden.
Schriftliche Übungen: Die schriftliche Übung bezieht sich auf einen begrenzten Aspekt des Unterrichts und soll in der Aufgabenstellung so begrenzt sein, dass sie innerhalb einer Lerneinheit angefertigt werden kann (bspw. Bild-, Karikatur-,
Karten-, Diagrammauswertung, eingeschränkte Quellenanalysen). Neben der fachlichen Richtigkeit wird auch die sprachliche Ausdrucksweise in die Benotung miteinbezogen.
Kenntnisse der Fachtermini: Die Kenntnis und sichere Anwendung der Fachbegriffe bei mündlichen und schriftlichen Leistungen führt zu einer klareren Verständigung über historische Sachverhalte und fließt in die Beurteilung mit ein.
Gruppen- und Projektarbeiten: Bei der Beurteilung von eigenverantwortlichen, schüleraktivem Handelns werden verschiedene Bereiche einbezogen. So soll sowohl das „Gemeinschaftsprodukt“ als auch die Einzelleistung berücksichtigt werden, darüber hinaus kann die Präsentation als auch anzufertigende Handouts benotet werden.
Referate: Neben den im Unterricht erarbeiteten Themen können Referate zur Ergänzung oder Vertiefung von historischen Sachverhalten anfertigt werden. Bei der Beurteilung von Referaten werden sowohl inhaltliche (Fragestellung, Problemorientierung) als auch formale Kriterien (Gliederung, Layout) sowie die Präsentation (Vortrag, visuelle Gestaltung, Handout) zugrunde gelegt.
Hausaufgaben: Hausaufgaben dienen zur Vorbereitung einer Unterrichtsstunde oder zur Festigung des im Unterricht Erarbeiteten. Daher sind sie Grundlage einer produktiven Mitarbeit im Geschichtsunterricht und werden regelmäßig kontrolliert. Nicht angefertigte Hausaufgaben werden wie nicht erbrachte Leistungen gewertet.
Schulinternes Curriculum Sek. II
EF.1: Formen der politischen Organisation – Auf dem Weg zur Freiheit?
Methodischer Schwerpunkt: Klassifizierung von Quellenarten, Textinterpretation mit gegliederter Aufgabenstellung
Unterthemen:
- Die Entwicklung der Verfassung Athens von Solon bis Ephialtes – Der Zusammenhang von Waffenträgerschaft und politischer Partizipation
- Der Stadtrat im Mittelalter – Entwicklungsraum der politischen Emanzipation des Bürgertums
- Die Staatstheoretiker – Begründer des modernen Gemeinwesens
EF.2: Einheit oder Teilung Europas? – Zur Bedeutung von Revolutionen für Europa
Methodischer Schwerpunkt: perspektivisch-ideologiekritische Analyse herrschaftsstabilisierender Geschichtsbilder
Unterthemen:
- Der Absolutismus – Zwischen Herrschaftsanspruch Ludwigs XIV. und der Krise des Ancien Régimes
- Die drei Revolutionen der Freiheit – Ursachen, Ziele und gegenseitige Beeinflussungen
- Die Revolution der Gleichheit – Gesellschaftsformierung mit der Guillotine?
- Die Herrschaft Napoleons – Vollendung oder Beendung der Revolution?
Q1.1: Deutschland im Widerstreit konservativer und liberaler Tendenzen in Politik und Wirtschaft
Methodischer Schwerpunkt: Interpretation von Karikaturen sowie von Statistiken und Graphiken
Unterthemen:
- Deutschland zwischen konservativen und national-liberalen Tendenzen – Restauration oder Vormärz?
- Die Revolution von 1848 – War alles umsonst? (Lk: Wahlrechtsfrage im europäischen Vergleich)
- 1871 – Eine Revolution von oben?
- Die innere Entwicklung des Reiches – Machtstaat vor der Demokratie
- Die zweite Phase der Industrialisierung – technischer Fortschritt und sozioökonomische Veränderungen unter besonderer Berücksichtigung des Rhein-Ruhr-Gebietes
- Die Soziale Frage – Entstehung und Antworten
Q1.2: Die Krise von Kapitalismus, Liberalismus und Demokratie
Methodischer Schwerpunkt: Interpretation von Wahlplakaten und Wahlkampfschriften
Unterthemen:
- Imperialismus und Erster Weltkrieg – Weltherrschaft Europas?
- 1917 – ein Epochenjahr?
- Die Weimarer Republik – Kontinuität oder Neubeginn?
- Wie kam es zum 30. Januar 1933? – Rekonstruktion der Krise des sozialen Systems von Weimar in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und ideologischer Hinsicht
- Die Stabilisierung der nationalsozialistischen Herrschaft bis 1934 – legale Entwicklung oder terroristische Durchsetzung?
- Der Weg in den Krieg – Zwischen Revision, Annexion und militärischer Gewalt
- Vom Antisemitismus zum Holocaust – Chauvinismus zwischen religiöser Ablehnung und Willen zur physischen Vernichtung
Q2.1: Die staatliche Entwicklung Deutschlands – Voraussetzung für eine europäische Friedensordnung?
Methodischer Schwerpunkt: Interpretation von Karikaturen, Quellen und Darstellungen
Unterthemen:
- Das Epochejahr 1945 – Stunde Null?
- Das Werden von Bundesrepublik und DDR vor dem Hintergrund der Spaltung der Welt
- Die Bundesrepublik und die DDR – Zwei Staaten, eine Nation?
- Die Revolution von 1989 – Wächst zusammen, was zusammen gehört?
Q2.2: Das Eigene und das Fremde – Europa vs. China
Methodischer Schwerpunkt: Kritisches Arbeiten mit tradierten und moderne Darstellungen
Unterthemen:
- China unter Mao Zedong – die sozialistische Volksrepublik
- China nach Mao – auf dem Weg zur global führenden Wirtschaftsmacht
weitere Informationen zum Zentralabitur:
http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/abitur-gost/fach.php?fach=12



